Rettet die Roten!

So gern würden die Briten öfter Rot sehen – wenn es um Eichhörnchen geht. Denn der graue Verwandte aus Amerika hat das einheimische „red squirrel“ fast ganz verdrängt. Nur noch rund 120 000 dieser Tierchen soll es auf den Britischen Inseln geben, davon leben drei Viertel in Schottland, der Rest auf der Isle of Wight, im Lake District und in einigen anderen kleinen Enklaven. Die „Red Squirrel Week“, die am 28. September beginnt, soll auf die Not des niedlichen Nagers aufmerksam machen.

Ende des 19. Jahrhunderts fanden einige Gutsherren es schick, in ihren Landschaftsparks importierte graue Eichhörnchen klettern zu lassen (der allererste war angeblich ein Mr. Brocklehurst aus Cheshire). Was harmlos anfing, geriet im Lauf der Jahrzehnte außer Kontrolle. Die grauen Nagetiere sind deutlich robuster als die roten, fressen ihnen das Futter weg und – als wäre das nicht schlimm genug – übertragen ein Virus, gegen das die Roten keine Immunität entwickeln können. Das hat zu einem Rückgang einer Population von mehr als drei Millionen auf den nun verbleibenden kläglichen Rest geführt. Aber auch im kollektiven Bewusstsein der Briten sind Eichhörnchen rot und nicht grau! Schließlich lebt das „Sciurus vulgaris“ – vom lateinischen Namen leitet sich das seltsame Wort „squirrel“ ab – schon seit der Eiszeit bei uns in Europa. 

Mehr ...

Aktion sauberer Strand

Baywatch war gestern, „Beachwatch“ liegt im Trend! Nachdem der Sommer nun endgültig vorbei ist, haben sich an Großbritanniens unzähligen Stränden – allein die Küste der Hauptinsel soll fast 18 000 Kilometer lang sein – jetzt die Saubermänner und Sauberfrauen ans Werk gemacht. Sie sammeln jedes Jahr nicht nur den Müll, den andere liegengelassen haben, nein, sie dokumentieren ihn auch.

Jeder will einen sauberen Strand, trotzdem packt nicht jeder seinen Abfall ein. Die gemeinnützige Marine Conservation Society hat deshalb die Aktion Beachwatch ins Leben gerufen. Das Prinzip ist einfach: Für möglichst jeden Strand soll eine Person die Verantwortung übernehmen und dann weitere Freiwillige um sich scharen, um gründlich aufzuräumen. Über 6000 Leute haben 2015 mitgemacht. Wie viele diesmal dabei waren, ist noch nicht veröffentlicht.

Aus den einzelnen Berichten wird dann ermittelt, welche Abfälle besonders häufig vorkommen. Tauchen zum Beispiel ständig die Verpackungen einer Fast-Food-Kette auf, so wenden sich die Verantwortlichen mit dieser Erkenntnis ans Management und fordern dazu auf, über Alternativen nachzudenken oder Aufklärungskampagnen unter der Kundschaft zu starten. Ein Hauptproblem scheinen allerdings Flaschen zu sein, weswegen sich die Organisation für die Einführung eines Pfandsystems einsetzt.

Auch Kinder und Jugendliche werden jedes Jahr zum Mitmachen ermutigt. Ähnliche Reinigungsaktionen gibt es ja auch bei uns in vielen Städten. Eine gute Idee – vor allem, wenn nach getaner Arbeit gemeinsam gefeiert wird. Natürlich rückstandsfrei!

Piratenslang

Wie reden eigentlich Piraten? Im Deutschen ist diese Frage schwierig zu beantworten, außer einer „Buddel voll Rum“ und dem Klabautermann fällt einem spontan nicht viel ein an Vokabular. Anders im Englischen. Ein Pirat sagt zum Beispiel niemals „yes“, sondern immer „aye“ und auch selten „you“, sondern „ye“, und statt „my“ sagt er „me“. Frauen nennt er „me pretty“ oder „me beauty“ oder „me hearty“, was alles nicht als Kompliment zu verstehen ist, eher als Einschüchterung.  Außerdem rollt er das R. und beginnt jeden zweiten Satz mit „Arrr!“.  Alles klar? Dann sind Sie ja fit für den „Talk like a Pirate Day“ am 19. September.

Mehr ...